Darmkrebs gehört zu den tückischsten Krebserkrankungen, doch die gute Nachricht vorab: Er ist durch gezielte Vorsorge fast immer vermeidbar. In der ORF-Sendung Burgenland heute vom 9. März 2026 gab der Internist und Vorstandsmitglied der Krebshilfe Burgenland, Priv.-Doz. DDr. Thomas Horvatits, einen tiefen Einblick in die aktuelle Situation. Das Burgenland nimmt hier eine Vorreiterrolle ein, denn die Darmkrebsrate ist dort österreichweit am niedrigsten. Dieser Erfolg ist vor allem auf ein engagiertes Vorsorgeprogramm zurückzuführen, das bereits von 37% der Bevölkerung in Anspruch genommen wurde.
Trotz der positiven Zahlen gibt es immer noch Barrieren. Viele Menschen zögern die Untersuchung aus Angst vor Schmerzen, dem möglichen Ergebnis oder schlichter Unwissenheit hinaus. Dr. Horvatits betont jedoch, dass moderne Methoden wie die sanfte Endoskopie und die Möglichkeit einer Sedierung die Untersuchung schmerzfrei und unkompliziert machen. Während der Darmspiegelung wird die Schleimhaut genau inspiziert, wobei potenzielle Vorstufen, sogenannte Polypen, sofort entfernt werden können.
Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Patienten nach dem Eingriff erleichtert sind, da die psychische Belastung durch die Angst im Vorfeld weitaus schlimmer war als der eigentliche Termin.
Ein wichtiger Punkt des Interviews war die Aufklärung über den Stuhltest. Im Rahmen des Vorsorgeprogramms gab es rund 4.000 positive Befunde, was bei Betroffenen oft große Sorgen auslöst. Dr. Horvatits stellt jedoch klar: Ein positiver Stuhltest bedeutet keineswegs automatisch eine Krebsdiagnose. Er ist lediglich ein Indikator dafür, dass eine Darmspiegelung zur genaueren Abklärung notwendig ist.
Tatsächlich liegt die Krebsrate bei einem positiven Test nur bei etwa 3 bis 5%. In 20 bis 25% der Fälle werden jedoch fortgeschrittene Polypen gefunden, deren Entfernung die Entstehung von Krebs effektiv verhindert.
Ein besorgniserregender Trend ist, dass Darmkrebspatienten immer jünger werden. War die Empfehlung früher auf das 50. Lebensjahr fixiert, raten Experten mittlerweile dazu, bereits ab 45 Jahren zur ersten Darmspiegelung zu gehen. Um auch jüngere Zielgruppen zu erreichen, setzt das Programm verstärkt auf die Zusammenarbeit mit Gesundheitsinfluencern, die das Thema enttabuisieren und für Aufklärung sorgen sollen.
Neben der medizinischen Vorsorge spielt der persönliche Lebensstil eine entscheidende Rolle. Eine Ernährung, die reich an rotem Fleisch und Wurstwaren, aber arm an Ballaststoffen ist, erhöht das Risiko für Darmkrebs deutlich. Dr. Horvatits plädiert daher für einen bewussten Lifestyle: Eine ausgewogene Ernährung, ein gesundes Körpergewicht sowie der konsequente Verzicht auf Nikotin und Alkohol sind die wichtigsten Stellschrauben, die wir selbst in der Hand haben, um den Darm langfristig gesund zu halten.
Darmkrebsvorsorge kann Leben retten, daher wird eine regelmäßige Vorsorge ab einem Alter von 45 Jahren empfohlen. Vereinbaren Sie Ihren Termin zur Vorsorgeuntersuchung bei Gastromedics in Eisenstadt. Bei der sanften Endoskopie wird die Darmschleimhaut unter Sedierung untersucht und Polypen entfernt.
Haben Sie die Sendung verpasst? Das komplette Interview mit Dr. Thomas Horvatits finden Sie noch bis 8.4.2026, 19:00 Uhr in der ORF ON Mediathek.
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